//Baublüte im Thälmannpark – Hier wachsen bald 600 Wohnungen

Baublüte im Thälmannpark – Hier wachsen bald 600 Wohnungen

Bericht aus dem Berliner Kurier

Der Ernst-Thälmann-Park bekommt Zuwachs. Auf dem benachbarten Areal und der Güterbahnhofs-Brache soll eine Parklandschaft mit 600 Wohnungen, Turnhalle und Hotel wachsen. Die neuen Bauten werden allerdings 210 Anwohner-Parkplätze unter sich begraben.

Pankows Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) verpasst dem Kiez schon einen Namen: Ernst-Thälmann-Park 2.0. Stolz präsentiert er jetzt die Machbarkeitsstudie für das Viertel.

Von der Greifswalder Straße an werden demnach die Gebäude am Rande des Thälmannparks gebaut. Wo jetzt noch Müll und Ruinen sind, wollen private Investoren eine 200 Meter lange Häuserschlange (400 Wohnungen) direkt an den S-Bahn-Gleisen hochziehen. Gegenüber errichtet die Gewobag einen Komplex mit 200 Wohnungen. Diese sollen 6,50 Euro Kalt-Miete pro Quadratmeter kosten. „Insgesamt wird es etwa neue 350 Sozialwohnungen geben“, sagt Kirchner dem KURIER.

Zwischen den Häusern entsteht eine grüne Parkfläche. Die Grundschule am Rand des Thälmann-Parks wird um ein Gebäude erweitert. Die Zahl der Schülerplätze verdoppelt sich damit auf etwa 700. Rund um die Schule entsteht außerdem ein Kinder- und Jugendcampus mit Kita, neuer Sporthalle und Gymnastik-Wiese. Wahrzeichen des neuen Parks wird ein Hotelturm, der gegenüber des S-Bahnhofs Greifswalder Straße 109 Meter in die Höhe schießt.

Anwohner kritisieren die Pläne, da durch den neuen Kiez 210 Parkplätze wegfallen. „Wir versuchen, diese zu ersetzen“, sagt Kirchner. Zum Beispiel durch eine Tiefgarage mit 300 Plätzen für alte und neue Bewohner. Außerdem soll der Parkplatz vor der Schwimmhalle in der Lilli-Henoch-Straße wachsen. „Zu wenig“, sagen Anwohner. Auch eine Bürger-Initiative wehrt sich gegen die Planungen. Sie fordert reine Grünfläche und Park statt neuer Wohnungen auf dem Güterbahnhof-Areal.

Der Bebauungsplan soll 2016 endgültig stehen. Mit dem Spatenstich rechnet das Bezirksamt nicht vor 2018. „Für die jetzigen Anwohner wird sich mit dem Bau nicht viel ändern“, sagt Kirchner. „Sie bekommen nur neue Nachbarn.“ NKK, ISB

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2016-04-26T17:17:36+00:00